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Heizkörper entlüften: Woran Sie erkennen, dass es nötig ist, und wie es geht
Die Heizsaison hat begonnen, und mit ihr kommen die ersten Geräusche: Es gluckert, rauscht oder plätschert im Heizkörper. Oft steckt Luft dahinter. Die gute Nachricht ist, dass Sie einen Heizkörper in wenigen Minuten selbst entlüften können. Wir zeigen Ihnen, woran Sie erkennen, dass es nötig ist, wie Sie vorgehen und wann das Problem eher in der Heizungsanlage liegt.

Warum sich Luft im Heizkörper sammelt
Im Heizungswasser ist immer etwas Luft gelöst. Wenn sich das Wasser erwärmt, entweicht ein Teil davon und steigt nach oben. Dort sammelt sich die Luft an der höchsten Stelle, also oft im oberen Teil des Heizkörpers. Zusätzlich kann Luft ins System kommen, wenn Wasser nachgefüllt oder an der Anlage gearbeitet wurde.
Das Problem: Wo Luft ist, kann kein warmes Wasser fließen. Der Heizkörper gibt weniger Wärme ab, obwohl das Thermostat aufgedreht ist. Viele drehen dann noch weiter auf, was nichts bringt.
4 Anzeichen, dass in Ihrem Heizkörper Luft ist
Es gluckert oder plätschert. Das ist das typischste Zeichen. Die Geräusche entstehen, wenn Wasser an Luftblasen vorbeifließt.
Der Heizkörper ist oben kalt und unten warm. Die Luft sitzt oben und verdrängt dort das warme Wasser.
Der Heizkörper wird trotz offenem Thermostat nicht richtig warm. Vor allem dann, wenn andere Heizkörper in der Wohnung normal heizen.
Die Wohnung wird langsamer warm als sonst. Das fällt besonders in den ersten kalten Wochen auf.
Tipp: Prüfen Sie Ihre Heizkörper am besten gleich zu Beginn der Heizsaison. Dann merken Sie früh, ob einer nicht richtig mitzieht.
Heizkörper entlüften: Schritt für Schritt
Das brauchen Sie:
einen Entlüftungsschlüssel (gibt es im Baumarkt, bei manchen Ventilen reicht ein Schlitzschraubendreher)
ein Tuch und einen kleinen Behälter für das austretende Wasser
So funktionierts:
Thermostat ganz aufdrehen. So ist das Ventil offen, und Sie sehen gleich, ob der Heizkörper danach wieder warm wird.
Entlüftungsventil finden. Es sitzt meist oben seitlich am Heizkörper, gegenüber vom Thermostat.
Tuch und Behälter darunter halten. Das Wasser kann heiß und dunkel gefärbt sein.
Ventil langsam aufdrehen. Eine halbe Umdrehung reicht meist. Sie hören ein Zischen, das ist die Luft.
Warten, bis Wasser kommt. Sobald statt Luft gleichmäßig Wasser austritt, ist der Heizkörper entlüftet.
Ventil wieder schließen. Fest zudrehen, aber ohne Gewalt.
Nach einer Weile prüfen. Wird der Heizkörper jetzt gleichmäßig warm, hat es funktioniert.
Besonderheiten im Mehrfamilienhaus
In einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung hängen alle Wohnungen an einer gemeinsamen Anlage. Das hat zwei Folgen.
Beim Entlüften geht ein wenig Wasser aus dem System verloren. Wenn viele Bewohner:innen gleichzeitig entlüften, kann der Druck in der Anlage sinken. Nachfüllen und den Druck prüfen ist Sache der Haustechnik oder der Hausverwaltung, nicht der Mieter:innen. Wenn Sie entlüftet haben und der Heizkörper trotzdem kalt bleibt, geben Sie deshalb Ihrer Hausverwaltung Bescheid.
Außerdem sammelt sich Luft bevorzugt an den höchsten Punkten des Gebäudes. Wohnungen in den oberen Stockwerken sind daher öfter betroffen. Wenn dort regelmäßig Heizkörper gluckern, lohnt sich ein Blick auf die ganze Anlage.
Wenn Entlüften nicht hilft
Nicht jeder kalte Heizkörper hat Luft. Häufige andere Ursachen sind:
Ein festsitzendes Thermostatventil. Gerade nach dem Sommer bleibt der Ventilstift manchmal hängen.
Zu wenig Druck in der Anlage. Dann sind meist mehrere Wohnungen betroffen.
Ein fehlender hydraulischer Abgleich. Die Wärme kommt nicht gleichmäßig in allen Wohnungen an: Manche sind überheizt, andere bleiben kühl.
Eine falsch eingestellte Heizkurve oder Pumpe. Die Anlage liefert dann schlicht zu wenig Wärme oder verteilt sie schlecht.
Die letzten beiden Punkte können Sie als Mieter:in nicht selbst lösen. Sie liegen im Heizungskeller. Welche Einstellungen dort am häufigsten falsch sind, haben wir in unserem Blogbeitrag "Die 5 häufigsten Fehleinstellungen im Heizungskeller" zusammengefasst.
Für Hausverwaltungen: Kalte Heizkörper als Signal
Einzelne Beschwerden über kalte oder gluckernde Heizkörper sind normal. Häufen sie sich in einem Strang oder in bestimmten Stockwerken, deutet das auf ein Problem in der Anlage hin. Mit kontinuierlich erfassten Betriebsdaten lässt sich das früher erkennen, bevor die Anrufe kommen. Wohnio misst Vor- und Rücklauftemperaturen und zeigt so, wo die Wärme nicht ankommt und erkennt Fehler und Ausfälle bevor sie zum Problem werden.
Fazit
Ein gluckernder oder oben kalter Heizkörper lässt sich meist in wenigen Minuten selbst entlüften. Bleibt er danach kalt oder sind mehrere Wohnungen betroffen, liegt die Ursache wahrscheinlich in der Anlage. Dann ist die Hausverwaltung gefragt, und mit den richtigen Daten lässt sich das Problem gezielt lösen.

